DRK Ortsvereins Weinsberg feiert 100jähriges Jubiläum
Der Ortsverein Weinsberg des Deutschen Roten Kreuzes konnte im Rahmen einer Festveranstaltung in der Weinsberger Hildthalle auf sein 100jähriges Bestehen zurück blicken. Bürgermeister Stefan Thoma als 1. Vorsitzender des Ortsvereins, dessen Zuständigkeit sich auf Weinsberg, Ellhofen, Eberstadt und Lehrensteinsfeld erstreckt, konnte neben Herrn Ludwig Landzettel, dem Geschäftsführer des Kreisvereins Heilbronn des DRK, der als Vertreter für Landrat Detlef Piepenburg anwesend war, auch die Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl und Josip Juratovic sowie den Landtagsabgeordneten Dr. Bernhard Lasotta, den ehemaligen BT-Abgeordneten Egon Susset, die Bürgermeister Murso aus Obersulm und Rapp aus Ellhofen vor allem Aktive aus den befreundeten Ortsvereinen und Helferorganisationen der ganzen Region sowie zahlreiche Mitglieder und Freunde des DRK willkommen heißen. Sein ganz besonderer Gruß galt den beiden Ehrenbürgern der Stadt Weinsberg, Herrn BM a.D. Jürgen Klatte und Herrn Gerhard Scherr, die in vielfältiger Weise dem DRK mit Rat und Tat verbunden waren und sind. Unter den anwesenden Gemeinderäten waren Heinz Nitsche und Erika Jakob besonders hervorzuheben, die als ehemaliger Vorsitzender des Ortsvereins bzw. als derzeitige Vorsitzende des Fördervereins im DRK Weinsberg aktiv waren bzw. noch sind.
In seiner Festrede ging Bürgermeister Stefan Thoma darauf ein, dass das heutige DRK nicht mehr mit einer kleinen Schar freiwilliger Helfer, so wie sie es einmal geschichtlich war, verglichen werden kann. So sehr sich die Zeit seit der Gründung des Roten Kreuzes geändert hat, so sei auch der Umfang seines weltweiten Wirkens gewachsen. Der Genfer Kaufmann Henry Dunant habe unter dem Eindruck des Grauens der Kriegsschauplätze in der Schlacht um Solferino im Jahr 1859 mit mehr als 40.000 Gefallenen zivile Hilfe für die verwundeten Soldaten organisiert. Wenige Jahre später kam es dann zur Gründung des Roten Kreuzes und zur Genfer Konvention. Im Jahre 1910 starb mit Dunant der Vater des Rot-Kreuz-Gedankens, seine Organisation und deren Idee aber lebten fort und sind aktueller denn je. So auch in Weinsberg, wo in besagtem Jahr 1910 eine weitere Sanitätskolonne, wie es damals hieß, aus der Taufe gehoben wurde, um das geistige Erbe Henry Dunants anzutreten. Damit ist der Ortsverein Weinsberg einer der ältesten Ortsvereine im Kreis Heilbronn.
Das Spektrum des Roten Kreuzes erstreckt sich inzwischen längst auf nahezu alle Bereiche, in denen Hilfe und Unterstützung notwendig ist. Katastrophenschutz, Sanitätsdienst und weitere Aufgaben im Bereich der Freien Wohlfahrtspflege umreißen nur schlaglichtartig die Tätigkeitsschwerpunkte des DRK Organisation, in unserer näheren Region kämen – so Bürgermeister Thoma - außerdem Rettungsdienst und Krankentransporte als weitere Betätigungsfelder hinzu. Die Weinsberger Bereitschaft hat sich zudem als Organisator der jährlichen Blutspendeaktionen in Weinsberg und Ellhofen einen Namen gemacht. So konnte im Jahre 2006 die 10.000ste Blutspende registriert werden. Die erste Blutspendeaktion im OV Weinsberg fand vor ziemlich genau 50 Jahren am 20. Mai 1960 statt. Mehr als 50 Jahre bringt sich nun der Ortsverein Weinsberg in diesen lebensrettenden Dienst ein und hat in unzähligen Terminen inzwischen 10658 Blutspenden gewonnen. Der Ortsverein Weinsberg zeigt sich zudem für Sanitätsdienste, z.B. auf dem Weibertreuherbst, verantwortlich oder betreut oft in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Weinsberg, dem THW und den Weinsberger Polizeidienststellen z.B. im Stau eingeschlossene Autofahrer auf der Autobahn.
Auch die in regelmäßigen Abständen veranstalteten Großübungen und Schulungen verstärken den Zusammenhalt aller ehrenamtlich tätigen Rettungskräfte in Weinsberg und tragen damit in besonderer Weise zur Gefahren- und Katastrophenabwehr bei.
Wie beim DRK sind auch bei Feuerwehr, THW und DLRG ganz überwiegend Ehrenamtliche im Einsatz, die sich, ihre freie Zeit und ihren Idealismus einbringen, um nicht sogar zu sagen: opfern, um für andere da zu sein und zu helfen. Dieser Einsatz, dieses Pflichtbewusstsein und dieses Verantwortungsgefühl könnten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ausdrücklich würdigte Thoma die besonderen Dienste von Karl-Heinz Machauer, der inzwischen 47 Jahre im DRK OV Weinsberg ist und als 2. Vorsitzender über Jahre und Jahrzehnte hinweg das Gesicht des OV Weinsberg mit geprägt hat. Trotz der Aufgabenvielfalt und aller Neuerungen, die über die Jahre Einzug in die Strukturen und Aufgabenfelder des DRK gehalten haben, sei eines unverändert geblieben: Die echte menschliche Basis und damit die wichtigste Struktur, auf die das Rote Kreuz seit mehr als einem Jahrhundert weltweit baut. Die Rede sei dabei von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die zusammen mit den hauptamtlichen Kräften die Hilfeorganisation mit ihrem Einsatz in ihrer Freizeit erst möglich machen. Alle, die sich für die Sache des Deutschen Roten Kreuzes einbringen, bildeten das Rückgrat der Einsätze, gerade auch bei uns vor Ort in Weinsberg und dem Weinsberger Tal. Erst die selbstlose Mitarbeit aller Rot-Kreuzler mache den Ortsverein zu einer schlagkräftigen und erfolgreichen Einrichtung. Daher freue er sich als Vorsitzender des Ortsvereins Weinsberg, dass in Weinsberg und Umgebung circa 1.400 passive sowie 35 aktive Rot-Kreuzler haben, die sich jeder nach seinen ganz persönlichen Möglichkeiten einbringen und damit das Rote Kreuz und die gute Sache voran bringen.
In seinen Dank schloss er auch die Mitglieder des Fördervereins des DRK Weinsberg mit ihrer derzeitigen Vorsitzenden Erika Jakob an der Spitze ein, die den OV stets nach Kräften unterstützen, der nicht zuletzt mit dem Gebäude Steinbruchweg 1 und der fortlaufenden Mithilfe bei Beschaffungen die Arbeit der Aktiven des DRK unterstützt.
Die Arbeit des Roten Kreuzes sei auch und gerade in unserem unmittelbaren Umfeld, hier bei uns vor Ort in Weinsberg und dem Weinsberger Tal, ein unverzichtbarer Bestandteil der Freien Wohlfahrtspflege und ein echtes Kulturgut, das zu unterstützen und zu fördern gilt. Mit seiner Erfahrung und Kompetenz trage das Rote Kreuz nämlich dazu bei, dass nicht nur überall in der Welt sondern auch ganz konkret bei uns vor Ort Not und Leid geringer werden. Dafür sprach Bürgermeister Thoma dem DRK Ortsverein Weinsberg und vor allem der ganzen Rot-Kreuz-Familie große Anerkennung und Dankbarkeit aus.
Am Ende seiner Rede machte Bürgermeister Thoma deutlich, dass jedermann die Arbeit des DRK Ortsverein Weinsberg unterstützen könne. Gerade sei man dabei, Spendengelder für ein neues Fahrzeug zu sammeln, das vom Ortsverein selber finanziert werden muss. Weder Bund noch Land oder gar der Kreisverein beteiligten sich daran, und daher sei er dankbar dafür, dass im letzten Jahr die Bürgerstiftung Stadt Weinsberg bereits eine Teilfinanzierungszusage gegeben habe. Der Ortsverein sei aber weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen, Spenden seinen jederzeit auch aus der Bevölkerung willkommen, Konto-Nr. 148 113 bei der Kreissparkasse Heilbronn, BLZ 62050000. Spendequittungen werden gerne erstellt.
In Ihren Grußworten gingen Josip Juratovic, Dr. Bernhard Lasotta, Lajosch Miklosch als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr stellvertretend für alle Helferorganisationen und Ludwig Landzettel für den Kreisverband Heilbronn auf das seltene Jubiläum ein und lobten das ehrenamtliche Wirken des Ortsvereins Weinsberg.
Umrahmt wurde die Feier durch musikalische Beiträge der Städtischen Musikschule Weinsberg, Darbietungen der Ballettschule Lindner-Klodt sowie des Weinsberger Theatervereins, der eine Szene aus seinem neuen Stück für die diesjährigen Weibertreufestspiele zur Aufführung brachte. Mit einem Dankeschön an alle Beteiligten sowie die Spender und Sponsoren klang der Abend gegen Mitternacht aus. Für alle Interessierte sei der Hinweis gegeben, dass auf der neu gestalteten Homepage des DRK unter www.drk-weinsberg.de bereits zahlreiche Informationen auch über das Fest eingestellt sind. Demnächst wird auch im Nachrichtenblatt über die Ehrungen im Rahmen der DRK-Jubiläumsveranstaltung berichtet.
Mehr info´s und Bilder hier.
